Wissenswertes

Was ist Ergotherapie und was genau macht ein Ergotherapeut?

Der Beruf des Ergotherapeuten gehört zu der Gruppe der nicht-ärztlichen Heilberufe.

In Zusammenarbeit mit den behandelnden/verordnenden Ärzten (v.a. Pädiatern, Kinder- u. Jugendpsychiater, Neurologen und Orthopäden) arbeiten Ergotherapeuten selbständig und eigenverantwortlich, sie erheben eingehend die individuelle Vorgeschichte (Anamnese) und den jeweils fachspezifischen Befund des Patienten, wozu  eine Vielzahl von Test- und Untersuchungsverfahren zur Verfügung stehen.
Auf der Diagnostik beruhend findet nach einer entsprechend ausgewählten Therapiemethode die Behandlung in einer Einzel- oder Gruppentherapie statt.
Aus den verschiedenen therapeutischen Konzepten wählt der Behandler schließlich das für den jeweiligen Krankheitsfall und die Persönlichkeit des Patienten geeignete Verfahren aus und führt unter Beobachtung und Berücksichtigung der auftretenden Veränderungen die Behandlung am Patienten durch (Therapie).Sie bezieht sich auf die störungsspezifischen Merkmale der Krankheit, auf die Befindlichkeit des Patienten und auf seine psychosoziale Situation. Die Beratung von Angehörigen ist wichtiger Teil der Behandlung und wirkt sich auf die Durchführung der Therapie und ihren Erfolg aus.
   
Ergotherapeuten sind verantwortlich für die Befundung und Behandlung von Krankheiten und Dysfunktionen, im motorisch- funktionellen, sensomotorisch- perzeptiven, neuropsychologischen und psychosozialen Bereich, bei Menschen jeden Lebensalters.
Dysfunktionen im motorisch- funktionellen Bereich sind beispielsweise Bewegungsausfälle nach Schlaganfällen, Schädel- Hirnverletzungen, Querschnittslähmungen, sowie angeborene Fehlbildungen, Verletzungen von Knochen, Nerven, Gelenken und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.
Bei den sensomotorisch- perzeptiven Störungen handelt es sich um das Erkennen und Behandeln von Auffälligkeiten infolge von angeborenen oder früherworbenen Störungen des Bewegungsablaufes durch Hirnschädigungen, Entwicklungsverzögerungen/-störungen, Sinnesbehinderungen, sowie Wahrnehmungsverarbeitungsdefiziten.
Zu den neuropsychologische und psychosoziale Erkrankungen gehören ADS (Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom), sozio- emotionale Entwicklungsverzögerungen oder Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.
Ziel der Behandlung ist stets die Erlangung bzw. Wiedererlangung der größtmöglichen ”Funktionalität” und somit der größtmöglichen Selbständigkeit.